…um 5 Uhr heute Morgen klingelt der Wecker, da wir um 6 Uhr bereits verabredet sind, um nach Faurei zu fahren. Wir fahren mit Irina, einer Studentin für Veterinärmedizin, die als Volontärin für Aniela gearbeitet hat und aktiv Tierschutz betreibt.
Sie kümmert sich um die Tiere im Shelter von Faurei, der im Oktober geschlossen werden soll.

Tag 5 – Faurei

Am Anfang, vor unserer Reise, hatte ich Bedenken, ob ich überhaupt jeden Tag etwas Interessantes zu berichten haben werde. Heute musste ich mir zwischendurch Notizen machen, weil so viel passiert ist, dass ich es ohne mein Geschreibsel wahrscheinlich gar nicht mehr zusammen bekommen hätte.

…um 5 Uhr heute Morgen klingelt der Wecker, da wir um 6 Uhr bereits verabredet sind, um nach Faurei zu fahren. Wir fahren mit Irina, einer Studentin für Veterinärmedizin, die als Volontärin für Aniela gearbeitet hat und aktiv Tierschutz betreibt.
Sie kümmert sich um die Tiere im Shelter von Faurei, der im Oktober geschlossen werden soll. Da zur Zeit hauptsächlich ein Schweizer Tierschutzverein aktiv daran arbeitet, die Hunde dort heraus zu holen, wollen wir heute dorthin, um speziell Hunde mit kupiertem Schwanz aufzunehmen, da diese nicht in die Schweiz ausreisen dürfen.
Als wir ankommen und uns ein Bild von der Situation vor Ort machen, atmen wir erst einmal auf angesichts der Anzahl der Hunde, die für uns primär in Frage kommen. Es sind nicht mehr als 20 Hunde mit kupiertem Schwanz. Bis Oktober könnten wir es also schaffen – aber es leben insgesamt immer noch ca. 80 Hunde dort, viele sind extrem scheu und verängstigt, was die Vermittlung erschweren wird.

Die Hunde sind in einem ehemaligen Schweinestall untergebracht, mit Betonboden, der von zwei Mitarbeitern gerade mit Schläuchen abgespritzt wird, als wir mit unseren Aufnahmen beginnen und systematisch jeden der 6 Kennel abarbeiten.
Es ist sehr dunkel in dem Stall, was es uns erschwert, die Hunde gut aufnehmen zu können. Wie gestern in Campina erdrückt uns dieses schreckliche Gefühl der Hilflosigkeit, denn die Zeit arbeitet gegen das Schicksal der Hunde – bis Oktober müssen alle 80 Hunde raus – wir fragen uns, was aus denen werden soll, die sich nicht einmal anfassen lassen. So viele Angsthunde auf einen Schlag haben wir noch nie gesehen…

Zum Glück sind aber auch ein paar zutrauliche Kandidaten mit dabei und wir wählen gleich ein paar für unseren nächsten Transport nach Deutschland aus, was Irina sehr dankbar stimmt. Sie selbst wirkt verbittert, der zuständige Tierarzt arbeitet nicht gut mit ihr zusammen, informiert sie so gut wie nie über Vorfälle, in denen Tiere eingeschläfert werden müssen, aber dennoch ist sie abhängig von seinem Gutdünken. Sie muss die Zähne zusammen beißen und gute Miene zum bösen Spiel machen. Es sollen so viele Tiere wie möglich heile da heraus kommen, was anderes zählt nicht.

Als wir fertig sind und noch etwas erschöpft vor dem Shelter an unserem Transporter stehen, um eine Kleinigkeit zu essen, kommt uns ein kleiner Streuner zugelaufen. Es ist ein kleines Weibchen, das uns freundlich und zutraulich begrüßt und uns schnell ein großes Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der Shelter liegt inmitten eines kargen Fabrikgeländes, überall sieht man verfallene Hallen und Schrott von Kraftfahrzeugen, sogar Panzer stehen hier herum, teilweise aufgefressen von braunen Gräsern, die hier überall wuchern. Die ersten Grillen zirpen, der Himmel bist bedeckt, aber es ist warm. Die Kleine Maus ist so süß und weit und breit nichts als trostlose Landschaft, dass wir beschließen, sie mitzunehmen.

Wir wollen den Rest des Tages in Bucov verbringen und Aniela und Mihaela helfen. Wir vertreiben uns die fast zweistündige Fahrt damit, für die kleine Hündin, die aufgeweckt auf Utas Schoß sitzt und aus dem Fenster schaut, einen Namen zu finden. Irina fährt vor uns und plötzlich geht sie in die Eisen. Auf der Schnellstraße läuft eine Hundemama mit ihren Welpen herum. Es ist viel Verkehr hier, LKW und Autos fahren in Schlenkern um die Familie herum, versuchen zwar, sie nicht zu erwischen, aber großartig gebremst wird auch nicht. Irina „parkt“ mitten auf der Straße, springt aus dem Auto und wir stellen uns mit Warnblinker an den Straßenrand, um ihr und der verängstigten Hundefamilie zu helfen.

Die Autos und LKW, die uns passieren, müssen im Schneckentempo an uns vorbei, da Irinas Auto ja mitten im Weg steht, ein wütendes Hupkonzert begleitet uns, Irina lässt das völlig kalt. Sie legt sich sogar noch mit einem Autofahrer an, der sie wütend beschimpft. Micha, Uta und Irina schaffen es, die insgesamt fünf Welpen einzufangen, aber die Mutter ist überfordert und rennt weg.
Mir bleibt fast das Herz stehen, als sie vor Angst noch ein paar Mal unachtsam die Straße überquert und beinahe überfahren wird. Sie schafft es, aber hat zu viel Angst, zu uns und ihren Jungen zurück zu kommen. Jegliche Lockversuche scheitern, also nehmen wir die Kleinen schweren Herzens mit – in einer unserer Transportboxen. Zumindest haben wir die Kleinen gerettet.

Wir fahren weiter nach Bucov, nun mit 6 Hunden im Gepäck und als wir ankommen, geht es gleich stressig weiter. 57 Welpen unterschiedlichen Alters sind heute im Shelter angekommen – gefunden, alle ohne Elterntiere und von irgendwelchen Leuten abgegeben worden. Wir packen mit an und sind den ganzen Nachmittag mit Füttern und medizinischer Erstversorgung beschäftigt. Die meisten werden es nicht schaffen, aber für jeden wird trotzdem gekämpft.

Es ist heiß, und die Hunde sind heute unruhig, der Shelter ist ein einziges Bell-Konzert. Manche Welpen sind so dehydriert und haben so lange schon keine Milch bekommen, dass kaum noch Saugreflexe da sind, aber mit etwas Geduld und Hilfe trinken sie bald endlich etwas.
Ein Teil der Kleinen soll zu Aniela ins Sanctuary gebracht werden, andere, etwas größere Welpen können bei zwei bereits kastrierten Muttertieren im Shelter bleiben, die noch Milch haben.
Zwischendurch verbringe ich immer wieder ein paar Minuten bei meinem Timo – der Kleine soll heute auch noch in eine Pension umgesiedelt werden, damit er bis zu seiner Ausreise zu mir nicht verloren geht.

Gegen Abend befinden wir uns dann auf dem Weg zur Pension der Veterinärin Silvia in Ploesti, wo wir Timo, Stuart und Erika in sichere Hände geben und dafür drei Hunde für Mihaela mitnehmen, die wir noch zu einem anderen Veterinär zur Kastration bringen. Danach fahren wir weiter zum Sanctuary und geben dort die fünf Welpen, die wir vormittags von der Straße gerettet hatten, in die Obhut Aniela’s.

Hier endet dann langsam unser ereignisreicher Tag, unser längster bisher. Müde fahren wir in die Pension zurück und schleppen uns noch zu einem Restaurant in der Nähe, um eine Kleinigkeit zu essen.

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