verein[at]tierhilfe-lebenswert.de

Herkunftsland: Rumänien
Rasse: Mischling
Geschlecht: männlich, kastriert
Farbe: schwarz/braun
Schulterhöhe: ca. 45 cm
Gewicht: unter 20 kg
Geburtsdatum: 3/2017
In Pflegestelle seit: 24. März 2019
Standort: 56379 Oberwies

KOLJA (Silver) – zur Zeit nicht vermittelbar

KOLJA – EIN ANGSTHUND VERLÄSST SEIN SCHNECKENHAUS 🐌

Kolja war ein richtiges „Shelter-Baby“: er kannte, bis er nach Deutschland auf seine Pflegestelle kam, nichts außer seiner paar Quadratmeter im rumänischen Shelter und seine Zwingerkollegen.

Zu Volontären war er süß und lieb, weswegen die Überraschung groß war, als er nicht einmal aus seiner Box heraus kam, als er in Deutschland ankam. Man konnte ihn nicht anfassen, er schnappte um sich und war völlig überfordert.

So kam er zu uns. Was ist passiert? Kolja wurde aus seiner winzig kleinen, heilen Welt gerissen, reiste ca. 30 Stunden in einem Transporter mit fremden Hunden um sich herum quer durch die halbe Weltgeschichte, kam an, wurde von fremden Menschen in eine fremde Umgebung gebracht; fremde Gerüche, fremde Geräusche, einfach alles fremd, anders, unbekannt, unheimlich…

Koljas Universum stand plötzlich völlig auf dem Kopf und das überforderte ihn so sehr, dass er sich in ein unerreichbares Schneckenhaus zurück zog. Klappe zu, nicht mehr zugänglich, nur noch Panik und Todesangst in dem kleinen Herzen.

Als er bei uns ankam, flitzte er in der Quarantänestation in ein Körbchen und schoss fast zwei Wochen immer nur kurz vom Körbchen in eine Zimmerecke, damit ich die vollgepinkelten und vollgekackten Decken wechseln konnte, denn er bewegte sich 24 Stunden am Tag keinen Millimeter.

Einfach alles machte ihm Angst, jedes Geräusch, jede Bewegung, jede Fliege, die sich in den Innenbereich der Quarantäne verirrte. Wenn es windig draußen war und die Fichten und Douglasien hinter der Scheune rauschten, zitterte er am ganzen Körper mit weit aufgerissenen Augen.

In diesem Zustand ist ein Hund nicht erreichbar, man kann nicht mit einem Tier „arbeiten“, das von Todesangst erfüllt ist. Das ist biologisch nicht möglich, da der Organismus durch die Stresshormone vollkommen abgeschottet ist und nur „Fight or Flight“ (Kämpfen oder Fliehen) funktioniert.

Wer selbst schon einmal vollgepumpt mit Adrenalin war, wird sich vielleicht erinnern, wie wenig man in diesem Moment schnallt.

Also ließen wir Kolja in Ruhe. Wir setzten uns abwechselnd weit entfernt von ihm in den Raum und lasen dabei oder machten irgend etwas anderes Ruhiges, ohne uns direkt mit ihm zu beschäftigen.

Wenn man ihm zu nah kam, fletschte er und knurrte. Nein, er ist nie gefährlich gewesen, im Sinne von „Ich will dir wehtun“. Die Aggression wäre sein absolut letzter verzweifelter Akt gewesen, um aus dieser für ihn erlebten Horrorsituation zu entfliehen.

Es dauerte lange. Mehr als ein Jahr dauerte es, bis Kolja zu dem wurde, was er heute ist, und die Reise, raus aus dem Schneckenhaus, rein ins Leben, ist wahrscheinlich noch eine ganze Weile nicht zu Ende.

Gassi gehen überfordert ihn immer noch sehr, das sind einfach zu viele Eindrücke, zu viel Kontrollverlust an der Leine. Meistens sitzen wir zwei einfach noch vor unserem Hoftor und ich warte, bis er anfängt, seine Umgebung mal bewusst wahrzunehmen, bis er schnuppert, sich umschaut, sein Körper sich entspannt. Dann schaffen wir noch ein paar Meter und dann ist auch wieder gut 🙏. Irgendwann wird es besser.

Aber verschmust ist er mittlerweile, und wie! Er springt zu uns aufs Sofa, drückt sich in unsere Armbeuge, legt sich auf den Rücken, ist einfach ein süßer Fratz, der uns zum Lachen bringt und ganz toll mit anderen Hunden umgeht. Er spielt für sein Leben gern mit Artgenossen und ist in der Meute sehr sozial.

Vermittelbar wäre er an eine Angsthunde-erfahrene Stelle mit anderen Hunden und sehr sicher eingezäuntem Gelände. Sag niemals nie – wir konnten in der Vergangenheit auch schon andere Angsthunde an fantastische Stellen vermitteln…

Kontakt:
jessi@tierhilfe-lebenswert.de

Unsere Hunde:
sind geimpft (Tollwut und 2 x Grundimmunisierung)
sind auf gängige Krankheiten getestet: Ehrlichiose, Leishmaniose, Babesiose, Filarien, Anaplasmose, Borreliose,
sind entwurmt, gechippt, sind mit dem EU-Heimtierausweis ausgestattet und sind gegen Giardien behandelt,

Besuchszeiten Oberwies:

nach Absprache

koblenz-nassau@tierhilfe-lebenswert.de

Dienstag Ruhetag

Besuchszeiten Lünen:

nach Absprache

uta@tierhilfe-lebenswert.de

Spendenkonto

Tierhilfe Lebenswert e.V.
IBAN: DE94 6619 0000 0010 4377 50
BIC: GENODE61KA1

Paypal

paypal (at) tierhilfe-lebenswert.de

Betterplace

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

 

Tierhilfe Lebenswert e.V.
Eine Plattform für Menschen, denen es eine Herzenssache ist, Tieren zu helfen!