Am sechsten Tag unseres Aufenthaltes begleitet uns düsteres Wetter – bleierne Wolken hängen am Himmel, es ist schwül und immer wieder gewittert es.

Am sechsten Tag unseres Aufenthaltes begleitet uns düsteres Wetter – bleierne Wolken hängen am Himmel, es ist schwül und immer wieder gewittert es.
Wir fahren heute wieder nach Bucov in den Shelter und treffen dort Aniela und Irina im Vet-Bereich. Wir helfen dabei, die zwei Hündinnen, die noch Milch haben, zusammen mit ihren Ziehwelpen in geschützte Bereiche umzusetzen, wo sie auch unter Beobachtung bleiben können. Bei einer der Hündinnen ist noch unklar, ob sie die Welpen ohne weiteres annimmt.

Den Rest der Zeit verbringen wir in verschiedenen Kennels, beschäftigen uns mit den Hunden, füllen Wasser auf, dokumentieren, wo Hunde medizinisch behandelt oder wo Reparaturen durchgeführt werden müssen.

Die letzten Tage hängen uns noch immer nach und irgendwie fühle ich mich heute nicht sehr produktiv, beschäftige mich dafür aber mal intensiver mit einzelnen Hunden und nehme noch ein paar in meine persönliche Liste auf – Kennelnummer, Ohrmarke, prägnante Merkmale.

Es tut gut, nach den ernüchternden Erlebnissen der letzten Tage einfach mal kuscheln zu können – jeder Hund ist so dankbar. Die Freigänger im Shelter laufen uns freudestrahlend hinterher, wir verteilen noch Futter für sie, kraulen, streicheln und verhätscheln, wo es nur geht.

So unschön Bucov auch ist, so voll und laut – heute tut es einfach gut zu wissen, dass wir uns eben nicht in einer Tötung befinden.
Unzählige Hunde haben wahrscheinlich nie eine Chance auf ein schönes Zuhause, aber die Hoffnung bleibt bestehen und solange sie leben, haben sie Futter, Wasser, einen Platz zum Schlafen und sind nicht allein.

Ich will die Situation in Bucov nicht schön reden – jeder vor Ort sagt, dass ein Straßenhund ein weitaus schöneres Leben hat, wenn auch teilweise nur ein kurzes. Dennoch wird hier von engagierten Menschen alles gegeben, um das zu ändern und es gibt immer wieder glückliche Hunde, die es schaffen und vermittelt werden können.

Mir fallen immer mehr Hunde auf, die zu Anfang, an meinem ersten Tag in Bucov, in der schier endlosen Masse an Tieren hier einfach untergegangen waren. In jedem Kennel warten wunderbare Hunde auf ein kleines bisschen Glück und wenn mir jemand die Pistole auf die Brust setzen würde und sagte: „Entscheide dich jetzt, welchen Hund nimmst du?“, ich könnte es nicht sagen…

Wir werden 6 Hunde mit nach Hause nehmen von unserer Reise – aus dem Shelter in Bucov, aus Aniela’s Sanctuary und aus Campina – und jeden der 6 hat Micha ausgesucht, das sagt ja schon alles 😉

An dieser Stelle kann ich euch ja schon einmal unsere Neuankömmlinge vorstellen, die am Samstag ihre große Reise mit uns antreten werden. Da haben wir Markus, den großen Irish Setter Mix (Sanctuary), die drei kleinen Fluffies Luigi (Bucov), Larry (Sanctuary) und Wanda (Campina), das kleine bunte Welpenmädchen Bonny (Sanctuary) und die kleine schwarze Elly (Sanctuary), die schon lange auf ein Zuhause wartet und in ihrem Leben auch schon einiges einstecken musste. Seht selbst auf den Fotos!

Morgen werden wir langsam anfangen, Vorbereitungen für unsere Rückreise zu treffen – z.B. die Transportboxen für unsere Neuankömmlinge installieren. Was sonst noch kommt, entscheidet sich spontan, wie an allen vorigen Tagen bisher auch. Das Leben hier bringt schon genug Ereignisse mit sich…

Bis morgen,
Eure Jess

Tierhilfe Lebenswert e.V.
Eine Plattform für Menschen, denen es eine Herzenssache ist, Tieren zu helfen!